BEHANDLUNGS-

MÖGLICHKEITEN

Die SMA kann sich bei jedem Menschen anders auswirken. Daher wird jeder Mensch andere Behandlungsziele und Erwartungen haben. Ihre Erwartungen sollten Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen, wenn Sie mit ihr oder ihm über die Behandlungsmöglichkeiten sprechen.

Bei den dargestellten Personen handelt es sich um echte Patient:innen. Von ihnen und ihren Angehörigen wurde die erforderliche Einwilligung in die Verwendung ihrer Geschichten eingeholt. Die Fotografien dienen ausschliesslich der Illustration.

WELCHE BEHANDLUNGS-MÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Ohne Behandlung werden die Symptome der SMA mit der Zeit zunehmen. Aber welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? 

Wichtig ist ein interdisziplinäres Behandlungskonzept mit verschiedenen Fachärzt:innen und anderen medizinischen Fachkräften. Neurolog:innen oder Neuropädiater:innen arbeiten mit den Betroffenen und/oder ihren Familien zusammen, um die verschiedenen Bereiche der Versorgung abzustimmen, z. B. Physiotherapie, Ernährungstherapie und Beatmung.

Darüber hinaus gibt es Medikamente, die auf die Ursache der Erkrankung abzielen. Sie werden als krankheitsmodifizierende Behandlungen bezeichnet und können den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Sie können die SMA stabilisieren und/oder das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, indem sie die Menge des SMN-Proteins erhöhen.
Charakteristisch für die SMA ist ein Mangel des SMN-Proteins.

ZUGELASSENE MEDIKAMENTE

Derzeit sind drei Medikamente zugelassen, die den Verlauf der SMA beeinflussen können. Sie sind für unterschiedliche Altersgruppen zugelassen.

Da die SMA eine fortschreitende Erkrankung ist, sollte nach der Diagnose so schnell wie möglich mit der Behandlung begonnen werden. Bei der Auswahl eines Medikaments müssen das Alter, der SMA-Typ, die Anzahl der SMN2-Kopien und die Wirkweise des Medikaments berücksichtigt werden.

Nusinersen
 

Nusinersen ist für die Behandlung der 5q-assoziierten SMA in allen Altersgruppen indiziert. Es wird durch eine Injektion in den unteren Rücken («Lumbalpunktion») verabreicht

Onasemnogen-Abeparvovec

Onasemnogen-Abeparvovec ist zur Behandlung der 5q-assoziierten SMA bei bestimmten Kindern im Alter von bis zu 2 Jahren zugelassen. Es wird durch eine Injektion direkt in eine Vene und in den Blutkreislauf (intravenöse Injektion) verabreicht.

Risdiplam
 

Risdiplam ist für die Behandlung der 5q-assoziierten SMA bei Kindern und Erwachsenen indiziert. Es wird einmal täglich nach einer Mahlzeit eingenommen.

Anmerkung: Diese Übersicht basiert auf den Patienteninformationen der Medikamente für die Schweiz mit Stand vom November 2023.

Weitere Aspekte

Wenn bei Ihnen oder Ihrem Kind ein Wechsel von einem Medikament auf ein anderes erfolgen soll, dann wird Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklären, welche Fortschritte mit der aktuellen Behandlung erzielt wurden und was von einem anderen Medikament zu erwarten ist. Dies gilt insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder mit SMA, da für diese Altersgruppe mehrere Medikamente zur Verfügung stehen. Jedes Medikament hat andere Nebenwirkungen. Bitte sprechen Sie mit der betreuenden Ärztin oder dem Arzt darüber. Auch in den Patienteninformationen können Sie Angaben zu den jeweiligen Medikamenten. Derzeit werden auch Studien mit diesen Medikamenten durchgeführt. Ärzt:innen können Sie darüber informieren.

BEHANDLUNGSZIELE & ERWARTUNGEN

Jeder Mensch mit SMA hat andere Erwartungen an die Behandlung. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Ziele und Erwartungen mit der betreuenden Ärztin oder dem betreuenden Arzt besprechen. Während der Behandlung können Ärzt:innen untersuchen, welche Fortschritte Sie oder Ihr Kind gemacht haben. So können sie beurteilen, ob die derzeitige Behandlung Ihre Erwartungen erfüllt.

Eine Befragung von Menschen mit SMA und betreuenden Personen ergab, dass die Stabilisierung der Erkrankung und die Aufrechterhaltung der motorischen Funktionen als Fortschritt angesehen wird.

In dieser Studie sollten Menschen mit SMA angeben, was sie sich von ihrer Behandlung erwarten und für welche Symptome sie sich eine Stabilisierung oder Verbesserung wünschen:

Befragte mit
SMA Typ 1 und 2

erhofften sich von der Behandlung vorrangig eine Stabilisierung oder Verbesserung von Funktionen wie

  • Kauen und Schlucken
  • Benutzen der Arme

noch vor einer Stabilisierung oder Verbesserung von allgemeinen Symptomen wie Schmerzen, Kontrakturen und Schwäche.

Befragte mit
SMA Typ 3

erhofften sich von der Behandlung vorrangig eine Stabilisierung oder Verbesserung von Funktionen wie

  • Benutzen der Beine
  • Benutzen der Arme

noch vor einer Stabilisierung oder Verbesserung von allgemeinen Symptomen wie Schmerzen, Kontrakturen und Schwäche.

Was erhoffen Sie für sich oder Ihr Kind von der Behandlung?

Nachfolgend einige Beispiele für die Ziele anderer Menschen mit SMA und deren Betreuer:innen:

Patient

Kauen und
Schlucken

Patient

Sich im Bett
umdrehen

Patient

Sich vom
Stuhl ins Bett begeben

Patient

Von einem
Stuhl aufstehen

Patient

Treppensteigen

Patient

Eine Tastatur bedienen

Patient

Mehr Unabhängigkeit

Patient

Sich selbst anziehen

Patient

Sich an sozialen
Aktivitäten beteiligen

Patient

Weiterhin arbeiten

Patient

Eine Familie gründen

Patient

Die Körperpflege
selbstständig durchführen

Was Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt fragen sollten

Wenden Sie sich bei Fragen zu den Behandlungsmöglichkeiten direkt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Mögliche Fragen könnten so aussehen:

  • Wie wird darüber entschieden, wer eine bestimmte Behandlung erhalten kann und wer nicht?
  • Gibt es bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, bevor die Behandlung beginnen kann?
  • Welche Erfahrungen haben andere Menschen mit SMA gemacht, die diese Behandlung erhalten haben?
  • Gibt es Nebenwirkungen, die zu berücksichtigen sind?
  • Wird dieses Medikament mir bzw. meinem Kind helfen, die Behandlungsziele zu erreichen?
  • Woran kann ich erkennen, ob die Behandlung bei mir bzw. meinem Kind anschlägt?
  • Gibt es Daten darüber, was ich langfristig von dieser Behandlung erwarten kann?
  • Was geschieht, wenn das Medikament nicht wirkt?
  • Was muss bei der Familienplanung berücksichtigt werden?

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